Zielvorgabe “null Frauen”

Clickbait vom feinsten. Unter dem Seitentitel “Gleichstellung: Mehr Frauen in Aufsichtsräten, aber nicht in Vorständen“, der bei aktuellen – insbesondere mobilen – Webbrowsern sowieso nicht mehr angezeigt wird, steht als sichtbare Überschrift:

> Zielvorgabe “null Frauen” <

Wenn man dann weiter liest, relativiert sich das gewaltig:

> Tatsächlich haben 53 der Aufsichtsräte das Ziel “null Frauen” im Vorstand formuliert, darunter auch die von Zalando, Rocket Internet, Freenet, HelloFresh oder Xing. Damit können sie eine Frau nachrücken lassen, wenn ein Vorstandsposten frei wird, aber sie verpflichten sich nicht selbst dazu. <

Und mit der im Artikel nicht genannten Hintergrundinformation, dass deutsche Unternehmern gesetzlich gezwungen sind, ein solches Ziel zu formulieren, wird auch klar worum es geht: Eigentlich sagen die Unternehmen mit dieser Zielvorgabe, dass sie berufen können, wen sie wollen, unabhängig vom Geschlecht. Und dass der Gesetzgeber sich bei internen Entscheidungen gefälligst rauszuhalten hat.

Spiegel Online nähert sich immer mehr Bild-Niveau.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

http://m.spiegel.de/karriere/gleichstellung-mehr-frauen-in-aufsichtsraeten-aber-nicht-in-vorstaenden-a-1261563.html

Fahrrad-Verkehr: Union lehnt neue Regeln ab

Der neueste Beitrag der CDU zum Thema #niewiedercdu :

> Eine Freigabe des Radverkehrs in Gegenrichtung führe zu einem höheren Unfallrisiko in engen Einbahnstraßen, so Lange weiter. “Ich sehe schon die Radrowdys in den Startlöchern, das kann nicht gut gehen.” Fahrradfahren müsse sicher sein. <

Ich bin selbst nicht unbedingt davon überzeugt, ob eine solche generelle Freigabe eine gute Idee ist, aber die Formulierung "Radrowdys in den Startlöchern" ist eine dermaßen dreiste Frechheit! Mir kommen regelmäßig in Nebenstraßen (nicht Einbahnstraßen) Autos entgegen, die an engen Stellen (meist durch geparkte Autos) anscheinend glauben, einfach mit hoher Geschwindigkeit auf mich zu fahren zu dürfen. Nach dem Motto: "Der doofe Radfahrer wird schon ausweichen." Ja, das tut er, schließlich ist er ja nicht lebensmüde. Aber irgendwann geht das mal schief, weil der Platz zum Ausweichen einfach nicht da ist. Und dann ist es zum Bremsen zu spät. Ich habe kein Problem damit auszuweichen und auch anzuhalten. Ich hätte nur gerne, dass mein Gegenüber langsam auf mich zu und an mir vorbei fährt. Und wenn er Platz hat, und das Hindernis auf seiner Straßenseite ist, wäre es durchaus angebracht, dass der Autofahrer ausweicht und ggf. anhält, bis ich vorbei bin. So sieht es schließlich die Straßenverkehrsordnung vor.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

http://m.spiegel.de/auto/aktuell/fahrrad-verkehr-union-lehnt-neue-regeln-ab-a-1261308.html

Wesel in NRW: 20-Jähriger von Zug erfasst – Polizei findet Kopfhörer

> Mehrere Zeugen hätten übereinstimmend gesagt, dass der junge Mann Kopfhörer getragen habe, teilte ein Polizeisprecher mit. Der 20-Jährige war am Donnerstag von einem ICE erfasst worden, nachdem er mit seinem Fahrrad trotz geschlossener Schranken auf die Gleise gefahren war. <

Und die Kopfhörer haben verhindert, dass er die geschlossenen Bahnschranken gesehen hat, oder wie? Das ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

http://m.spiegel.de/panorama/wesel-in-nrw-20-jaehriger-von-zug-erfasst-polizei-findet-kopfhoerer-a-1260291.html

Greta Thunberg: Wie groß ist der Einfluss ihres Mentors?

>SPIEGEL ONLINE: […] Christian Lindner hat gesagt: “Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen.” Dies sei “eine Sache für Profis”.

Anderson: Wer ist dieser Mann, wie alt ist er?

SPIEGEL ONLINE: Lindner ist 40 Jahre alt und Chef der FDP, einer liberalen Partei.

Anderson: Dann ist er schon einige Jahre in der Politik. Und einer der Politiker, die versagt haben. Seit dem ersten Bericht des Weltklimarats von 1990 wissen alle, dass sie die Emissionen senken müssen. Aber bei Ihnen in Deutschland sind die Emissionen durch Verkehr seither sogar gestiegen. <

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

http://m.spiegel.de/wissenschaft/mensch/greta-thunberg-wie-gross-ist-der-einfluss-ihres-mentors-a-1259773.html

Schleswig-Holstein – Hallig: Lehrer für Mini-Schule dringend gesucht

> Wenn du dich entscheidest, als Lehrer auf eine Hallig zu gehen, solltest du vor allem dich selbst ertragen können. Bist du innerlich gefestigt und kommst mit Einsamkeit klar, ohne dass dir die Decke auf den Kopf fällt? Kannst du mit dir selbst etwas anfangen, wenn es draußen stürmt oder du bei Landunter in deiner Wohnung ‘gefangen’ bist?” <

Ich hätte vielleicht doch auf Lehramt studieren sollen.Immerhin habe ich an einer Erziehungswissenschaftlichen Hochschule studiert, hätte also wechseln, und trotzdem an derselben Hochschule bleiben können. Außerdem habe ich während des Studiums als Nachhilfelehrer gearbeitet. Aber andererseits hätte ich dann vielleicht nicht das Hobby “Programmieren” angefangen sondern etwas, was man nicht im stillen Kämmerlein betreiben kann. Damit wäre ich dann wieder ungeeignet für diesen Job.

Hört sich trotzdem sehr verlockend an.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

http://m.spiegel.de/karriere/schleswig-holstein-hallig-lehrer-fuer-mini-schule-dringend-gesucht-a-1259154.html

Wie sich Axel Voss mit seiner Unwissenheit über das Internet blamiert

> Man muss nicht erwarten, dass sich Menschen anderer Generationen bestens mit dem Internet von heute auskennen – außer vielleicht, wenn sie für das von morgen verantwortlich sein möchten. <

Überheblicher geht’s kaum noch. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob Herr Voss Ahnung von dem hat, worüber er entscheiden will (es sieht nicht danach aus), aber ich bin mir sicher, dass der Autor dieses Artikels bei ze.tt auch nicht gerade durch technische Expertise glänzt. Wie funktioniert das Internet-Protokoll? Wie funktioniert HTTP? Wie funktioniert eine Suchmaschine? Was ist der Unterschied zwischen einer Kategorie und einem Suchvorschlag bei Google? Und wie funktioniert denn ein Upload-Filter?

Wenn er soviel Ahnung hat wie die “digital Natives”, mit denen ich zu tun habe, wird er bei fast allen dieser Fragen entweder passen müssen, oder irgendwelchen Blödsinn erzählen.

Im Gegensatz zu ihm wissen vielleicht einige der Leute, die auf Twitter ihre Kommentare abgeben, tatsächlich, wovon sie sprechen, aber auch dort dürften die Ahnungslosen in der Mehrheit sein und nur weitergeben, was sie selbst auf Twitter gelesen haben.

Quelle: ze.tt

https://ze.tt/wir-schreiben-das-jahr-2019-und-twitter-muss-cdu-politiker-axel-voss-das-internet-erklaeren/

Tesla: Supermodel 3

> Verunsicherung auszulösen schaffte das Model S jeden Tag aufs Neue. Mal funktionierte das Radio nicht mehr, dann ging beim Fahren plötzlich die Innenbeleuchtung an oder das Display ließ sich nicht mehr per Touch bedienen. Hört sich trivial an, ist aber gefährlich in einem Tesla, egal in welchem Modell man fährt. Denn die Autos haben keine Schalter mehr, fast alle Funktionen werden am riesengroßen Display bedient, im Model 3 schaltet man selbst den Scheibenwischer darüber ein und aus. <

Mein reden seit Jahren: Wichtige Funktionen brauchen einen Schalter, am besten einen, den man blind bedienen kann. Aber wir bekommen seit Jahren in allen neuen Auto-Modellen immer weniger Schalter und immer mehr ist nur noch per Touchscreen bedienbar. Das ist gefährlich, auch wenn die Technik funktioniert, denn der Fahrer muss dafür von der Straße weg auf das Display schauen. Mit dieser Begründung ist die Bedienung von Navis und Smartphones während der Fahrt verboten, warum gilt das nicht für eingebaute Systeme? Meiner Ansicht nach hätte keines der Modelle von Tesla eine Zulassung bekommen dürfen. Stattdessen wird das auch noch als Innovation gefeiert.

Quelle: ZEIT ONLINE

https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-03/tesla-model-3-model-s-vergleich-elektroauto

Klimatag statt Klimademos während der Schulzeit

> In Deutschland schaltet sich die Politik inzwischen tief in die technologische Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen ein. Sie verzettelt sich in Detailsteuerung. Wir bezahlen Subventionen, sprechen Quoten und Verbote aus. Die Kosten für Klimaschutz steigen im Ergebnis. Schon jetzt zählen die Kosten zur CO2-Vermeidung bei uns zu den höchsten der Welt. Die Ergebnisse hingegen sind ernüchternd: Unsere Emissionen sinken kaum. <

Da hat er recht, aber in wie fern hilft dagegen sein vorgeschlagener jährlicher “Klimatag” an den Schulen?

> Deshalb schlage ich vor, dass einmal pro Schuljahr an deutschen Schulen ein Klimatag eingeführt wird: Schülerinnen und Schüler können hier alle Facetten des Themas beleuchten – von der Physik über den Politikunterricht bis hin zur Erdkunde. <

Nicht, dass das falsch wäre, Bildung schadet nicht, insbesondere naturwissenschaftliche. Aber ein solcher Tag bewirkt nur langfristig etwas, vorausgesetzt die heutigen Schüler setzen das, was sie dort lernen, um, wenn sie erwachsen sind und die Möglichkeit dazu haben. Leider dauert es bis dahin noch mindestens ein Jahrzehnt. Es muss aber jetzt was passieren, wenn diese Schüler noch ein Leben haben sollen.

> Auf die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu drängen, ist legitim. Zum Glück weisen uns diese Ziele den Weg <

Schön formuliert “weist den Weg”. Allerdings passiert nicht genug. Deutschland hatte eine Zeit lang tatsächlich seinen CO2 Ausstoß gesenkt. Das hatte aber leider wenig mit irgendwelchen Maßnahmen zu tun sondern mit der Wirtschaftskrise, die durch die Bankenpleiten ausgelöst wurde. Seit die Wirtschaft wieder wächst, steigt auch der CO2-Ausstoß wieder. Statt mit allen Mitteln die Energieerzeugung von fossilen Brennstoffen auf nachhaltige Energiequellen umzustellen, steht die Bundesregierung seit Jahren auf der Bremse. Das sieht man besonders auffällig bei der Verkehrspolitik, wo sie z.B. gegenüber der EU bis heute die Interessen der Autoindustrie vertritt. Die wiederum wehrt sich mit allen Mitteln dagegen, irgendwas am Status Quo zu ändern. Und das Argument ARBEITSPLÄTZE sorgt dafür, dass die Politik kuscht. Dazu dann noch der verlängerte Lobby-Arm Bundesverkehrsminister (Scheuer, Dobrindt), der noch einen obendrauf setzt und die kriminellen Verfehlungen der Autohersteller herunterspielt und unter den Teppich zu kehren versucht.

Es passiert nichts, deshalb muss diesen Leuten Druck gemacht werden. In einer Demokratie gibt es dazu im wesentlichen zwei Mittel: Wahlen und Demonstrationen. Schülern steht das erste nicht offen, also ist es nur folgerichtig, dass sie demonstrieren.

Bleibt die Frage, ob dies in der Schulzeit sein muss, oder in der Freizeit. In Anbetracht dessen, wie wichtig das Thema ist, sehe ich die ausgefallene Unterrichtszeit als nicht so schlimm an.

> In Deutschland wird einerseits Schulausfall beklagt und andererseits wird von höchster Stelle, aus der heraus, das Schwänzen von Schulstunden bagatellisiert. <

Das Versagen der Regierung in einem Gebiet als Argument zu bringen, nicht gegen ein anderes Versagen zu demonstrieren ist schon preiswürdig.

Eigentlich ist es erschreckend, dass die Schüler alleine demonstrieren. Wo sind ihre Eltern? Wo sind die anderen Bürger, die von den drohenden Veränderungen ebenfalls betroffen sein werden bzw. es schon sind?

Und damit kommen wir zur persönlichen Frage, “Wieso bin ich nicht auch bei diesen Demos?

Darauf habe ich leider keine zufriedenstellende Antwort.

Ist es mir egal, dass wir gerade die Zukunft der Menschheit verspielen? Vielleicht, schließlich habe ich keine Kinder und werde selbst lediglich die Anfänge der Klimaveränderungen erleben.

Habe ich wichtigeres zu tun? Eigentlich nicht. Ich könnte mir im Prinzip jeden Freitag frei nehmen und mitdemonstrieren. Das würde mich zwar meinen Urlaub kosten, aber es wäre machbar.

Habe ich Angst an einer Massenveranstaltung teilzunehmen? Angst vielleicht nicht, aber wohl fühle ich mich in großen Menschenmengen nicht. Auf der anderen Seite ist da Greta Thunberg, die am Asperger Syndrom leidet, und der es vermutlich noch wesentlich schwerer fällt, solche Veranstaltungen zu besuchen.

Was also ist meine Ausrede? Ich habe keine.

Werde ich also an der nächsten Demo teilnehmen? Vermutlich nicht. Nichts zu tun ist einfacher als irgendwas zu tun. Und ich befürchte, mit dieser Einstellung bin ich nicht alleine.

Quelle: Zeit Online, Gastartikel von Herrn Lindner

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-03/klimaschutz-fridays-for-future-schulstreik-umweltpolitik-co2-emissionen

Glyphosat: Efsa muss Glyphosat-Studien veröffentlichen

> Auch die Bundesregierung hatte sich in den Fall eingeschaltet und die Efsa bei dem Versuch, die Veröffentlichungen zu verhindern, unterstützt. <

Wer wählt nochmal die Regierung? (Niemand, die wird von der Kanzlerin ernannt, aber die wird vom Bundestag gewählt und der wiederum vom Volk.)

Nichts desto trotz sollte man meinen, dass in einer Demokratie die Regierung die Interessen der Bürger unterstützt. Vorfälle wie dieser (und viele andere) zeigen leider etwas anderes.

Irgendwer sagte mal, das Gute an der Demokratie sei nicht, dass man die Regierung wählen kann, sondern dass man sie abwählen kann. Das stimmt, nur leider braucht man dafür eine wählbare Alternative.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

http://m.spiegel.de/wissenschaft/mensch/glyphosat-efsa-muss-glyphosat-studien-veroeffentlichen-a-1256685.html