So denkt Peter Altmeier, Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2020

Es geht also nicht darum, ob junge Leute zwischen 16 und 18 Jahren reif genug sind, um eine Wahlentscheidung zu treffen – worüber man durchaus diskutieren könnte -, sondern darum, ob sie die “richtige” Partei wählen.

Auf der anderen Seite: Danke an Herrn Altmeier für diese Offenheit. Da weiß man wenigstens, woran man ist.

Falls der Link nicht mehr funktioniert – er hat den Tweet anscheinend inzwischen gelöscht – hier ein Screenshot:

Betreutes Autofahren

Da ich ja kein eigenes Auto habe, miete ich mir immer wieder mal eines, wenn ich z.B. in Urlaub fahre. Diese Autos sind in der Regel mit den neuesten Spielereien ausgestattet, vermutlich weil das den Wiederverkaufswert nach der Vermietungsphase steigert. Ich miete zwar immer die kleinste Kategorie, aber das man bekommt, ist davon ziemlich unabhängig.

Diesmal war es ein Seat Leon. Er hatte alles, was die Auto-Journalisten immer so loben: Großen Touchscreen in der Mitte und jede Menge elektronischer Helfer. Selbst die “Instrumententafel” war lediglich ein Bildschirm und man konnte vier verschiedene Anzeigen auswählen.

Das Auto hat mich bald in den Wahnsinn getrieben:

Sobald man nicht auf der Autobahn fährt, oder dort durch eine Baustelle, spielte der Spurhalte-Assistent verrückt. Er erkannte offensichtlich die Fahrbahnmarkierungen falsch und meinte ständig, ich solle doch gefälligst in der Mitte der Spur fahren (was ich bereits tat). Das wurde dann immer mit einem nervigen Piepton begleitet, damit man auch aufwacht. Selbst wenn er das nicht tut, so hat man ständig das Gefühl, dass das Auto einem in der Lenkung herumpfuscht, weil es meint, man fährt zu weit rechts oder links. Insbesondere bei schmalen Straßen lenkt man eigenlich kaum mehr selbst sondern wird gelenkt. Das nervt gewaltig. Wie habe ich es bloß bisher mit anderen Autos geschafft, auf der Straße zu bleiben?

Dann meinte es mehrfach, mich anweisen zu müssen, “den Fuß vom Gas” zu nehmen, erneut mit dem gleichen nervigen Piepsen. Ich fuhr wohl gemerkt nicht zu schnell.

Den Vogel hat es aber abgeschossen, als ich kurz vor dem Ende einer Ortsdurchfahrt auf der Gegenfahrbahn an zwei geparkten Autos vorbei fuhr. Es kam mir ein Auto entgegen, welches, da es noch außerhalb der Ortschaft war, recht schnell fuhr (vielleicht 70?). Da es aber wegen des Ortsschilds abbremsen musste, war jede Menge Platz um den Vorgang abzuschließen, bevor es auch nur den Hauch einer Gefahr geben konnte. Eigentlich, denn das Auto hat die Kollisionswarnung ausgelöst, die mich dermaßen erschreckt hat, dass ich beinahe das Lenkrad verrissen hätte und mit einem der geparkten Autos kollidiert wäre.

Wenn das ein Vorgeschmack auf autonom fahrende Autos sein soll, dann sehe ich schwarz.

Kleinere Nervigkeiten, sind im Vergleich dazu kaum erwähnenswert: Z.B. dass man durch drücken des falschen Knopfes oder einer Kombination davon beim Tempomat auch die Anzeige der Instrumententafel umschalten kann (ich kann mir nicht vorstellen, dass das beabsichtigt ist, aber vielleicht ist es ja tatsächlich ein Feature). Oder dass die Rückfahrkamera immer erst mit Verzögerung eingeschaltet wurde, so dass man die ersten Meter dann doch wieder nach Spiegeln fahren oder sich den Hals verrenken muss.

Positiv wäre der adaptive Tempomat zu erwähnen. Der funktionierte gut und machte das Fahren durchaus angenehm.

Alles in Allem ist das definitiv kein Auto, das ich persönlich kaufen würde. Ich bin früher schon ältere Versionen des Seat Leon gefahren, die waren in Ordnung.

Es ist warm

Jedes Jahr dasselbe Theater: Irgendwann im Sommer kommen ein paar Tage mit >30 Grad und alle drehen durch. Besonders gerne werden dann die Fenster aufgerissen, damit es möglichst schnell warm wird in der Wohnung oder im Büro.

Hier exklusiv meine Tips:

  • Morgens, solange es noch einigermaßen kühl ist, gut durchlüften. Durchzug ist gut. Irgendwie muss man die restliche Hitze vom Vortag ja los werden.
  • Sobald die Sonne auf die Fenster scheint oder die Außentemperatur mit der Innentemperatur gleich zieht: Fenster schließen und Rolladen/Markise/Rollo runter. So bleibt die Wärme am längsten draußen.
  • Wer keine Klimaanlage hat, sollte sich einen Ventilator zulegen. Aber Achtung: Ein Ventilator kühlt nur, wenn der Luftstrom auf auf feuchte Haut trifft.
  • Leider hat der Luftstrom den unangenehmen Nebeneffekt, Papier durch die Gegend zu wirbeln. Im Büro trotz Arbeit am PC nervig. Auch dauerhafter “Wind” in die Augen ist nicht gut, sie fangen an zu tränen und man fängt sich im schlimmsten Fall eine Bindehautentzündung ein. Lösung: Den Ventilator nicht ins Gesicht blasen lassen sondern auf einen anderen, entblößten Bereich des Körpers. Ich persönlich bevorzuge die Waden (kurze Hose vorausgesetzt, bei meinem Arbeitgeber zum Glück kein Problem). Dann kann man den Ventilator auf den Boden stellen und von hinten unter dem Stuhl durch blasen lassen. Da die Waden gut durchblutet sind (wenn nicht, sollte man mehr zu Fuß gehen oder Sport treiben), kühlt das sehr gut.
  • Um den Kühleffekt zu verstärken, kann man die Haut zusätzlich befeuchten. Der Schweiß reicht zwar meist aus, aber etwas Wasser aufsprühen bringt zusätzliche Kühlung.
  • Wenn auch das nicht ausreicht sind feuchte Wadenwickel das Zaubermittel. Einfach ein Taschentuch/Küchentuch unter den Wasserhahn halten, leicht auswringen und dann auf die Waden legen. Normalerweise hält das, bis das Wasser verdunstet ist, dann fallen die “Wickel” ab. Sie sind aber mehrfach verwendbar. Sieht blöd aus, aber kühlt. Und die dummen Gesichter der Kollegen sind ein Bonus. 😉

Marktlücke: Milchkännchen mit Kühlung per Peltier-Element

Nachdem ich heute zum x-ten Mal den Kühlschrank geöffnet habe, um Milch für eine Tasse Tee zu bekommen, hatte ich eine Produkt-Idee:

Eine Milchkännchen mit Deckel, gekühlt mittels Peltier-Element und USB-Anschluss.

Das könnte einiges an Energie sparen, wenn man dafür den Kühlschrank nicht ständig öffnen muss.

Scheint es nicht zu geben (zumindest findet Google nichts).

Also Marktlücke! Wer will es bauen?
Ich verzichte auch auf Tantiemen (aber vielleicht war ich ja nicht der erste mit der Idee). 😉

Smartphone als Webcam-Halter mit einfachen Mitteln

Eigentlich bin ich kein Fan von Video-Konferenzen, aber in der aktuellen Situation komme ich wohl nicht mehr drum herum. Eine Webcam habe ich nicht (OK, an meinem alten Windows XP Notebook schon, aber das kommt mir nicht mehr ins Internet.) und ich sehe auch nicht ein 50+ Euro dafür auszugeben. Bleibt also das Smartphone. Es gibt mit Droidcam eine kostenlose Möglichkeit, dieses als Webcam für den PC zur Verfügung zu stellen. Allerdings bleibt dann das Problem, dass man ständig an den Kommunikationspartnern vorbei oder nach oben auf den Bildschirm schaut. Das nervt auf Dauer. Also habe ich nach Halterungen gesucht, mit denen man das Smartphone am Monitor befestigen kann. Es gibt sie, aber so richtig gefallen haben sie mir nicht. Aber wozu hat man Pappe, Schere und Panzerband? Richtig, um sowas selbst zu bauen.

Ausgangsmaterial ist ein Stück Wellpappe, das irgendwo übriggeblieben war:

Es ist 53×36 cm, zweimal geknickt und hat einen ca. 1cm breiten Steg in der Mitte.

Befestigt werden soll es an einem Dell-Monitor, dessen Ständer netterweise eine Aussparung für genau diesen Zweck 😉 hat:

(Der Staub dient der besseren Haftung.)

Ich habe die Aussparung dafür ausgemessen, mit einer gewöhnlichen Schere zwei Schlitze geschnitten und den mittleren Teil dann nach oben geklappt:

“Passt, wackelt und hat Luft.”, wie mein Vater immer so schön zu sagen pflegte:

Jetzt noch in eines der Enden eine Falz geknickt, die das Smartphone aufnimmt und das Ganze mit Panzertape stabilisiert:

Und fertig.

Zugegebenermaßen: Schön ist anders. Ich bin halt nicht so der Held bei handwerklichen Arbeiten und dies ist auch mein erster Versuch, vielleicht versuche ich es ja irgendwann nochmal in nicht ganz so hässlich.

Zeitaufwand: ca. 20 Minuten, inklusive “Planung”.

Warnung: Diese Halterung funktioniert bei mir und mit meinem Monitor und Smartphone. Ich übernehme absolut keine Garantie dafür, dass es irgendwo anders klappt. Insbesondere sollte man nicht vergessen, dass das X-hundert Euro teure Smartphone jetzt in ca. 1,5 m Höhe über dem Fußboden befestigt ist. Sollte sich diese Befestigung lösen, kann das schnell zu einem Totalschaden führen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vielleicht die Halterung mit Panzerband von hinten am Monitor festkleben. Aber das hinterlässt ggf. dann wieder Rückstände am Monitor.

Die Corona-App in Deutschland

In den letzten Wochen wurde viel über eine sog. Corona-App diskutiert. Sie soll es ermöglichen nachträglich Kontakte nachzuverfolgen, um bei einer Corona-Infektion diese Kontakte zu benachrichtigen, damit sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen können.

Österreich hat eine fertige, funktionierende Corona-Tracking App, die alle Anforderungen erfüllt, den Datenschutz sicherstellt und auch noch Open Source ist. Vermutlich wird sie auch auf Deutsch sein, einige wenige Unterschiede in Formulierungen wird es geben.

Man könnte jetzt auf die Idee kommen, dass Deutschland diese App einfach mit wenigen Änderungen übernehmen könnte. Aber das wäre ja zu einfach. Stattdessen werden SAP und Telekom beauftragt, eine neue zu entwickeln.

Open Source bedeutet zwar nicht unbedingt, dass das kostenlos wäre, aber billiger als alles, was SAP + Telekom entwickeln werden, dürfte es allemal sein. Gut, man braucht noch eine serverseitige Infrastruktur, aber auch die könnte man sicherlich anhand der österreichischen Lösung aufbauen. Meine Schätzung wäre eine Entwicklungszeit von 1-2 Wochen, bis alles, App und Server-Infrastruktur steht.

Aber das geht natürlich nicht. Wenn die App von Microsoft wäre, wäre das vermutlich gar kein Problem.

Quelle:

Kontaktverfolgung

So trackt Europa das Virus

Deutschland wartet noch auf eine App, Großbritannien will sogar Symptome tracken, einige Länder sind schon gestartet. Wie funktionieren die Apps und wie sicher sind sie?

— Zeit Online

Corona, wie geht es weiter

Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.

Mark Twain

Christian Drosten hat dem ORF ein ca. 30 minütiges Interview gegeben, das ich sehr aufschlussreich finde.

Hier mal das, was ich daraus mitnehme:

  • Die ganzen Verharmlosungen, die derzeit, insbesondere in den sozialen Medien verbreitet werden, beruhen auf falschen Annahmen und/oder Fehlinterpretationen. Da steckt mehr Wunschdenken drin als Fakten.
  • Wir werden hoffentlich in ca. 1 Jahr einen oder sogar mehrere Impfstoffe haben, so dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung immunisiert werden kann.
  • Danach wird das Virus dann vermutlich harmlos werden. Bis dahin müssen wir irgendwie durchkommen.
  • Die aktuellen Fallzahlen deuten auf einen leichten Anstieg der Infektionsrate durch das Osterwochenende hin. Aber das ist noch nicht ganz klar.
  • Leider bewirkt die frühzeitige Lockerung der Maßnahmen, dass die verbleibenden Maßnahmen wahrscheinlich nicht zurückgenommen werden können, ohne einen größeren Ausbruch zu riskieren. Hätte man gewartet, wäre es beherrschbarer geworden.
  • So, wie es jetzt gemacht wird, muss man schwer aufpassen, dass es nicht aus dem Ruder läuft und ggf. sofort mit Maßnahmen gegensteuern, wenn man einen Anstieg der Fallzahlen feststellt.
  • Die Ansteckungsgefahr ist wahrscheinlich im Freien wesentlich geringer als in geschlossenen Räumen. Wenn man sich also treffen will, sollte man das möglichst draußen tun. (Also genau das Gegenteil von dem, was jetzt passiert: Man trifft sich im Privaten und dann meist drinnen.)
  • Wenn wir Pech haben, bewirkt der Sommer einen Rückgang, der dann im Herbst nachlässt und alle werden völlig überrascht, wenn es dann wieder extrem losgeht.
    Aber das weiß man noch nicht.

Das zeigt zumindest mal eine mittelfristige Perspektive, auf die man sich einstellen kann. Ich hätte aber eigentlich gerne von unseren Politikern gehört, was genau der Plan ist. Da sie nichts sagen, befürchte ich, dass sie keinen haben.

Die Konsequenzen für die Wirtschaft werden gravierend sein:

  • Es wird Firmenpleiten geben und die Arbeitslosigkeit wird stark steigen (wer pleite ist, beschäftigt auch nicht mehr in Kurzarbeit).
  • Wahrscheinlich werden diverse Produkte deutlich teurer werden, was man jetzt schon an frischem Obst und Gemüse sehen kann, was sich aber auch auf Industrieprodukte ausdehnen wird, denn schließlich ist/wird die Produktion wochenlang ausfallen. Die Lager sind allmählich leer. Damit kommt die von vielen ersehnte höhere Inflationsrate.
  • Wie sich das auf die Börse auswirken wird, kann interessant sein. Evtl. sind diese Folgen alle schon eingepreist, und es geht wieder aufwärts, es kann aber genauso gut auch wieder einen Absturz geben, wenn die Konsequenzen weltweit wirklich sichtbar werden.
  • Bedingt durch höhere Arbeitslosigkeit und Pleiten von kleinen Betrieben (vermutlich vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe), dürfte es einiges an Unruhe geben. Im schlimmsten Fall auch eine höhere Kriminalität.
  • Die “Schwarze Null” dürfte der Vergangenheit angehören.

Persönliche Konsequenzen für mich:

  • Eine Urlaubsreise werde ich für dieses Jahr nicht buchen (mein ursprünglich geplanter Kurzurlaub Anfang Mai wurde bereits vor Wochen gecancelt).
  • Ich richte mich darauf ein, für den Rest des Jahres von zuhause zu arbeiten. Ich bin in der glücklichen Lage, dass das fast ohne Einschränkungen möglich ist und dass auch keine Kurzarbeit droht.
  • Wenn ich mir das Verhalten meiner Mitbürger in den letzten Wochen so ansehe, erwarte ich, dass die weiteren Lockerungen, die jetzt in Kraft getreten sind, wieder zu einem Ansteigen der Infektionsrate führen. Einige der Lockerungen werden darauf hin hoffentlich wieder zurückgenommen, denn sonst gibt es eine Katastrophe.

Ja, eigentlich sieht es so aus, als ob ich persönlich ganz gut durch die Krise kommen könnte, solange ich oder meine Familie von einer Ansteckung verschont bleiben oder wir zumindest einen milden Krankheitsverlauf haben.

Ich wünsche natürlich auch allen anderen, dass sie gut durch die Krise kommen. Bei vielen sind die Aussichten ja deutlich schlechter.

Meine Oma und der Hühnerstall

Irgendwie hatte ich das Gefühl etwas Wichtiges nicht mitbekommen zu haben, nachdem ich las, dass der WDR ein Video mit einem Kinderchor nach Protesten wieder zurückgezogen hat. Irgendwie ging es da um das Lied “Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad” und einen geänderten Text, der sie als Umweltsau beschimpfte. Musste ja ganz schlimm sein, wenn soviel Boohei darum gemacht wurde.

Nachdem dann heute Rezo in seiner Kolumne auf Zeit Online darüber schrieb (ja, er kann schreiben, und das sogar recht gut!), war meine Neugier dann geweckt und ich habe das Video gesucht und auf Youtube (gleich mehrfach) gefunden. Wie man sieht, hatten die Kinder eine Menge Spass dabei.

Eine Version liefert auch gleich den Text mit, so dass man nicht versuchen muss, quätschige Kinderstimmen zu verstehen:

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad,
Motorrad, Motorrad.
Das sind tausend Liter Super jeden Monat,
meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma sagt, Motorradfahren ist voll cool,
echt voll cool, echt voll cool.
Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl,
meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor,
beim Arzt vor, beim Arzt vor.
Sie überfährt dabei zwei Opis mit Rollator,
meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett,
ein Kotelett, ein Kotelett.
Weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet,
meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert,
geläutert, geläutert.
Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ne Kreuzfahrt,

meine Oma ist doch keine Umweltsau.
Meine Oma ist doch keine Umweltsau.

Der Text ist ganz lustig und passt auch gut zur Melodie.

Auffällig ist, dass das anscheinend nur Mädchen sind, obwohl das doch ein “Kinderchor” ist. Singen Jungs nicht?

Die Kinder scheinen so um die 10 Jahre zu sein, demnach wäre ihre Oma zwischen 55 und 65 Jahre alt. Wenn ich mich beim Vater werden dran gehalten hätte, könnte ich auch einen Enkel in diesem Alter haben. D.h. ich wäre auch einer der “beschimpften Senioren”.

Aber ist es Beschimpfung, wenn es stimmt? Die Großeltern-Generation dieser Kinder war und ist für einen Großteil der Umweltverschmutzung und den CO2-Ausstoß verantwortlich, der uns die Klimaveränderungen beschert hat. Diese Kinder werden es ausbaden müssen, wenn wir uns längst die Radieschen von unten ansehen.

Vor 20 Jahren hätte man noch behaupten können, man hätte es nicht besser gewusst (naja, es gab auch damals schon Anzeichen und Warnungen und das Buch “Die Grenzen des Wachstums” des Club of Rome von 1972(!) war durchaus eindringlich (ich habe es gelesen, wenn auch deutlich später, 1972 war ich gerade mal so alt wie diese Kinder heute)), aber das gilt heute nicht mehr.

Was tut die Großeltern-Generation also? Richtig, sie reagiert und tut alles, um die Katastrophe abzuwenden – äh – nein, tut sie nicht. Sie macht größtenteils so weiter wie bisher. Insofern ist es richtig, ihre Verantwortung zu benennen, und Satire ist defintiv ein gutes Mittel dafür. Und dass diese Kinder es tun, ist auch nur richtig, denn s.o.: Sie müssen es ausbaden. Wir “Boomer” werden noch relativ wenig davon mitbekommen, auch wenn das wenige durchaus unangenehm sein kann, wie man gerade in Australien sehen kann und auch in den letzten Jahren durch die Hitze und Trockenheit in Deutschland sehen konnte.

Das wird nicht besser werden, es war nur ein Vorgeschmack. Aber macht ja nichts, wir haben ja noch eine Ersatz-Erde, gelle?

Warum ich meinen Netflix-Account gekündigt habe

Ich habe gestern zum Ende des aktuellen Monats meinen Netflix-Account gekündigt. Natürlich wurde im Laufe dieses Vorgangs gefragt, warum ich das tue, allerdings war, wie immer bei solchen Umfragen, keine der vorgegebenen Begründungen sinnvoll (außer, dass ich (vermutlich) auf einen anderen Streaming-Dienst umsteige, aber das war nicht der Grund).

Warum habe ich also gekündigt?

Ich finde nichts mehr, was ich mir ansehen möchte. Das liegt vielleicht gar nicht mal so sehr daran, dass es keine Filme / Serien mehr gibt, die ich interessant finden könnte. Die sind vermutlich vorhanden, aber ich finde sie nicht. Netflix versucht mir allen möglichen Kram unterzujubeln und hat deshalb das User-Interface speziell verwirrend gemacht, damit man den Eindruck hat, es gäbe mehr Inhalt als es wirklich gibt. Aber der Reihe nach:

  1. Das User-Interface der Netflix App nervt. Es gibt je Rubrik eine Zeile und in jeder Zeile dann quadratische Kacheln mit Vorschaubildern der Videos / Filme, wo man dann horizontal scrollen kann. Das Problem dieser Kacheln ist, dass sie kaum Informationen beinhalten. Man kann, wenn man Glück hat und er nicht zu lang ist, den Titel lesen, und sieht eine Szene aus dem Film (oder vielleicht auch nur ein gefakedtes Bild). Das ist weniger, als man früher in der Videothek (Ja, ich bin so alt) auf der Hülle der Kassette oder der DVD sehen konnte. Man kann dann auf diese Kachel tippen und bekommt etwas mehr Info, aber auch die ist sehr eingeschränkt. Es ist noch nicht einmal ersichtlich, in welcher/en Sprache(n) der Film verfügbar ist. Das sieht man erst, wenn man ihn startet. Ich mag vielleicht faul sein und eine Ausnahme, aber zur Unterhaltung will ich keinen koreanischen Film in Originalsprache mit Untertiteln gucken. Andere, die das vielleicht wollen, finden solche Filme aber auch nicht, denn diese Information ist schlicht nicht verfügbar.
  2. Das User-Interface der App ändert sich ständig. Die Reihenfolge der Rubriken ist fast bei jedem Aufruf anders. Mal steht “meine Liste” oben, mal steht sie ganz unten. Auch die Rubrik “mit dem Profil von xxx weiterschauen” ist ständig an einer anderen Stelle. Stattdessen bekommt man die Rubriken “Beliebt auf Netflix” und ähnliches an erster Stelle angezeigt. Ich bin ein eher methodischer Mensch und hasse sowas.
  3. Es gibt keine Möglickeit, sich einen echten Überblick über alle verfügbaren Inhalte zu verschaffen. Jeder Film kommt in mehreren verschiedenen Rubriken vor. Das mag durchaus sinnvoll sein, aber es verschwendet meine Zeit, wenn ich einfach mal durch alle Inhalte durchschauen will. Es gibt aber keine Rubriken “alle Filme” und “alle Serien”. Ich vermute, dass das Absicht ist, um dem Kunden mehr Inhalt vorzugaukeln als wirklich vorhanden ist. Das mag legitim sein, ist aber nervig und war mit ein Grund für meine Kündigung.
  4. Wenn man einmal einen Film / eine Serie angespielt hat, steht sie auf ewig in der Kategorie “weiterschauen”. Es gibt in der Regel einen Grund, weshalb ich einen Film oder eine Serie mitten drin unterbreche: Er/sie ist sch***e und ich will nicht weiter schauen. Wo ist die Option “Diesen Eintrag aus der Liste entfernen”? Wenn es ihn gibt, ist er gut versteckt.
  5. Die App macht Vorschläge, was man sich ansehen könnte. “Weil sie Xxx gesehen haben könnte Sie auch Yyyy interessieren”. Das könnte durchaus hilfreich sein, wenn diese Listen nicht eine große Schnittmenge mit der “nochmal ansehen” Liste hätten. Sprich: Netflix weiss, was ich schon mal geschaut habe. Wieso schlagen sie mir dann dasselbe nochmal vor? Das muss dieses “Big Data” und “Künstliche Intelligenz” Ding sein, von dem alle sprechen und das alle unsere Probleme lösen wird (nicht!).
  6. Und dann solche nervigen Dinge wie: Wenn ich mich im Browser anmelden will, kann ich das Password anscheinend nicht aus der Zwischenablage einfügen. Allerdings sieht das nur auf den ersten Blick so aus denn es wird nur keine Eingabe angezeigt, man kann einfach auf Login klicken und es funktioniert. WTF? Wie unfähig kann man eigentlich sein?
  7. Ich werde jetzt Amazon Prime Video ausprobieren. Meine Hoffnung, dass es da besser ist, ist allerdings gering. Aber vielleicht überrascht mich Amazon ja.

Alt sein ist scheiße

Alle wollen alt werden, aber keiner will alt sein, und dafür gibt es einen guten Grund:

Alt sein ist scheiße!

Es kommt der Tag, da wacht man morgens auf und stellt fest, dass man alt ist. Vielleicht passiert das nicht direkt beim Aufwachen sondern später am Tag, z.B. wenn man sich mit halb geschlossenen Augen beim Einsteigen in die Badwanne den kleinen Zeh stößt, vor Schmerzen laut schreit, ausrutscht und dann zusätzlich noch ein paar blaue Flecken abbekommt. (Zum Glück ist das in meinem Fall bisher ein fiktives Beispiel.)

Oder man will sowas einfaches wie die Plastikfolien-Verpackung von z.B. Kaugummi, Briefumschlägen etc. öffnen und sieht einfach keinen Hinweis darauf, wie das ohne Hilfsmittel wie Schere oder Messer machbar ist. Jüngere Leute mit guten Augen sehen vielleicht noch den transparenten “Faden” den man zum Aufreißen verwenden kann, oder wenn sie ihn nicht sehen, können Sie ihn mit den Fingerspitzen fühlen. Aber ältere sehen das einfach nicht mehr und auch der Tastsinn ist nicht mehr so gut wie einst. Früher waren diese “Fäden” aus gutem Grund rot, damit man sie nämlich auch mit schwindendem Augenlicht noch sehen konnte. Heute ist das anscheinend dem Marketing oder Design zum Opfer gefallen. Das ist ja auch viel wichtiger als Usablility.

Oder man will die Batterie eines elektronischen Fieberthermometers (“Neumoderner Kram!” — O-Ton meine Oma vor 60 Jahren zum Thema Telefon, sie hat nie gelernt damit richtig umzugehen) austauschen. Natürlich hat man die Anleitung aufbewahrt. Da steht “Drücken Sie den Batteriefachdeckel am Ende des Geräts mit den Fingern zusammen und ziehen Sie ihn kräftig nach hinten weg.”. Ich drücke und ziehe, nichts passiert. Ich bin vielleicht nicht Schwarzenegger (wobei: Der ist inzwischen auch alt, kennt den überhaupt noch jemand?), aber meine Kraft in den Fingern sollte doch noch ausreichen um ein sinnvoll konstruiertes Batteriefach zu öffnen!???

Alleine diese Anleitung zu lesen ist eine Herausforderung. Es handelt sich um ein DIN-A0 großes, patentgefaltetes, beidseitig bedrucktes Blatt Papier. Das bietet zwar viel Platz, aber da die Anleitung in allen Sprachen des Universums drauf steht, muss die Schrift trotzdem mikroskopisch klein sein. So lange Arme, dass ich das mit meiner normalen Brille noch lesen könnte, habe ich nicht (sähe auch komisch aus). Also Brille aus, dann gehts … halbwegs. Dann muss man noch den deutschen Teil finden, in diesem Fall erstaunlich einfach, er stand oben links. Allerdings hörte er nach zwei Seiten mitten im Satz auf!??? WTF? (Darf man das als alter Sack eigentlich schreiben? Oder weiss heutzutage sowieso keiner mehr, was es bedeutet?). Nach längerer Suche finde ich den Rest der Anleitung auf der Rückseite oben rechts. Hinweis war ein kleines Scherensymbol ✂, das einem wohl sagen soll, man solle sich den Teil der Anleitung in der gewünschten Sprache einfach aus dem Blatt herausschneiden. Wenn man das macht, bleibt tatsächlich ein ca. 1/4 DIN-A4 großer Zettel übrig, der auf zwei Seiten die komplette Anleitung enthält. Jetzt wäre es praktisch gewesen, wenn das Original-Blatt entlang der möglichen Schnittkanten gefaltet gewesen wäre (will jemand raten? Nein, war es natürlich nicht.) Es hat sich bei dieser Anleitung aber immerhin jemand eine Menge Gedanken gemacht, was man bei vielen Anleitungen ja leider nicht mehr sagen kann, so denn überhaupt noch welche beliegen. (“Früher war alles besser!”. Erwähnte ich, dass ich alt bin?)

Immerhin komme ich allmählich in das Alter, in dem man früher im Bus einen Sitzplatz angeboten bekam. Naja, passiert ja heute sowieso nicht mehr. Immerhin brauche ich mich nicht auch noch aus diesem Grund alt zu fühlen, die anderen reichen ja auch schon.

In diesem Sinne:
Alt sein ist scheiße!