Kleine Erinnerung: Dein Smartphone gehört nicht Dir

Heute war wieder so ein Tag, der mich daran erinnerte, dass mein Smartphone nicht wirklich mir gehört. Was ist passiert?

Ich wollte mich auf einer Webseite einloggen, die ich schon längere Zeit nicht mehr benutzt hatte. Natürlich hatte ich mein Passwort nicht im Kopf und musste es nachsehen. Dazu verwende ich keinen Password-Manager sondern die Android-App Denkzettel (und auf PC-Seite mein eigenes Tool Denkzettel Companion). Sie enthält zu jeder Webseite eine kleine Text-Datei mit diversen Angaben im Klartext sowie ggf. ein Password, verschlüsselt mit txtCrypt. Ich öffnete also die entsprechende Datei, kopierte das verschlüsselte Passwort und wollte es dann mittels der txtCrypt App entschlüsseln … und konnte diese App nicht mehr finden!

Ich bin mir sicher, sie auf diesem Smartphone installiert und auch schon benutzt zu haben. Und ich würde diese App auch niemals deinstallieren, denn dann stände ich ggf. auch ohne z.B. meine Kreditkarten-PIN da (die ich so selten brauche, dass ich sie mir ums Verrecken nicht merken kann).

Bleibt als Erklärung, dass sie irgendwie ohne mein Zutun gelöscht wurde. Dabei habe ich Google Play im Verdacht, denn das ist nicht das erste Mal, dass ich eine App plötzlich nicht mehr finden kann. Es wurden schon andere Apps entfernt, weil sie angeblich nicht mit einem Android-Update kompatibel seien. Die letzten Male betraf es aber nichts wirklich wichtiges, das ist diesmal definitiv anders.

OK, also was tun? Wieder installieren.

Google Play sagt, die App sei “compatible with all your devices”, lässt sie mich aber nicht installieren. Es gibt eine nichtssagende Fehlermeldung: “This item isn’t available”. Toll!

Auf der Homepage des Entwicklers gibt es kein APK zum Download, nur einen Link auf Google Play. Aus irgendwelchen anderen Quellen will ich sie lieber nicht herunterladen.

Zum Glück habe ich ja noch mein “altes” Smartphone, auf dem sich die App auch noch befindet. Und ich hatte Apk Extractor installiert. Also erstmal das APK extrahiert. Nur: Wie bekomme ich das jetzt auf das andere Smartpone? GMail erlaubt keine APKs als E-Mail Anhänge, genauso wenig wie Hangouts (nur gut, dass wir als verantwortungsvolle Erwachsene behandelt werden). Zum Glück verwende ich sowieso SyncThing, um einige Ordner auf den Smartpones und den PCs zu synchronisieren, also einfach das APK in einen dieser Ordner kopiert, kurz gewartet und schon ist sie auch auf dem neuen Smartphone verfügbar. So weit so gut.

Jetzt nur noch in der Dateiverwaltung antippen und vorübergehend die Installation aus nicht vertrauenswürdigen Quellen erlauben… Ups, was ist das? Die Option ist jetzt App-spezifisch. OK, ist ja egal, ich schalte es ja gleich sowieso wieder ab.

Immerhin funktioniert die Installation ohne Probleme. Android weist mich darauf hin, dass die App für eine ältere Android-Version sei, aber das soll mir erstmal egal sein.

Damit ich es nicht vergesse: Schnell wieder die Installation aus nicht vertrauenswürdigen Quellen ausschalten… Dummerweise gibt es diesen Bildschirm in der Historie nicht, das wäre ja auch zu einfach gewesen. Also die Einstellungen aufrufen. Nur: Wo ist diese Option geblieben? Früher stand sie mal unter “Security” aber da ist sie nicht zu finden! Auch nicht unter “Developer options”. Sie ist jetzt App-spezifisch, also vielleicht unter den … [such] … “Apps and Notifications”, und dort unter … [such] … “Advanced” -> “Permission Manager” und dort unter … [such] … Nein, da ist nichts zu finden!? Wäre ja auch zu logisch gewesen! Also unter “See all apps”? (Warum taucht die Dateiverwaltung eigentlich nicht unter “Recently used apps” auf? Ich hatte sie doch gerade noch offen!) Ja, da ist die Dateiverwaltung. Und da stehen auch die “Permissions”, aber darunter ist nichts bzgl. Installation zu finden!? Auch das wäre wohl zu logisch! Unter “Advanced” finde ich dann schließlich “Install unknown apps” und kann es endlich deaktivieren.

Wenn man sich anschaut, wie einfach es war, die Option einzuschalten und wie schwierig es war, sie wieder auszuschalten, braucht man sich wohl nicht zu wundern, dass der 0815-User sie ein- aber nie wieder ausschaltet.

Das muss diese “Great user experience” sein, über die alle immer sprechen!

OK, Ente gut, alles gut. Hat ja nur eine Stunde gedauert…

Ich stelle mir gerade vor, dies wäre mir passiert, wenn ich irgendwo mit Kreditkarte zahlen wollte.

Was wollte ich jetzt eigentlich ursprünglich tun? Ist jetzt auch egal.

Nachtrag am 2021-01-16: Dasselbe ist anscheinend auch mit der ClockSync App passiert: Sie lief auf meinem “alten” Smartphone schon seit Jahren. Heute war sie nicht mehr da. Gemerkt habe ich das, weil die Zeit um ca. 1 Minute falsch war. Dies führte dann dazu, dass die Open OTP App ungültige Codes lieferte. Auch hier bin ich mir absolut sicher, dass ich die ClockSync App nicht selbst deinstalliert habe. Laut Google Play ist diese App zu keinem meiner Devices compatibel. Hey Google, Ihr fangt an, mir ziemlich auf den Keks zu gehen.

Corona-Schutzimpfung – der Ablauf (in NRW)

Das Land NRW hat einen Überblick für die Coronavirus-Schutzimpfung (in NRW) veröffentlicht. Viel überraschendes steht nicht drin. Erstmal nur für bestimmte Gruppen (zu denen ich nicht gehöre), dann für weitere Gruppen (zu denen ich auch nicht gehöre), später irgendwann für alle, die das wollen (zu denen ich gehöre). Man braucht einen Termin, den man telefonisch, per Internet oder per App bekommt (aber derzeit noch nicht). Vorerst werden mobile Teams die Impfung in Senioren- und Pflegeheimen durchführen, die Impfzentren sind noch nicht geöffnet.

Soweit, so erwartbar. Ich frage mich allerdings, wieso es eine App geben soll, um einen Termin zu vereinbaren? Schließlich geht es um einen einmaligen Vorgang, dafür braucht man nun wirklich keine App entwickeln und installieren. Die sollen lieber eine vernünftige Webseite aufziehen, die so angebunden ist, dass sie auch dem zu erwartenden Ansturm standhält.

Gleichzeitig geht in den sog. “sozialen Medien” die Post ab. Es werden die abstrusesten Behauptungen über den Impfstoff und die Impfung aufgestellt. Ich wünschte, ich könnte glauben, dass das alles nur ein Scherz ist, aber anscheinend gibt es tatsächlich Leute, die den Schwachsinn glauben. Ich hätte da noch eine Brücke zu verkaufen …

Über 100 Fußballfans feiern Essener Pokalsieg mit Gesang und Feuerwerk

Gerade im Spiegel gelesen:

11.50 Uhr: Wie die Polizei Essen mitteilte, haben sich am Mittwochabend vor dem Stadion von Rot-Weiss Essen etwa 150 bis 200 Personen versammelt.

Die Gruppe hat sich Corona-konform verhalten und kurz darauf auch aufgelöst«, sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Video des Vorfalls zeigt allerdings, wie die Fans dicht gedrängt direkt vor dem Stadionzaun stehen und singen und dabei Feuerwerk abbrennen. Dass dabei die Abstandsregeln und das aktuell geltende Zusammenkunftsverbot für mehrere Haushalte kaum eingehalten worden sein konnten, wird aus den Bildern klar ersichtlich.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Essen offensichtlich Lügen verbreitet, was das angeblich regelkonforme Verhalten in der Pandemie angeht. Ich frage mich wirklich, was das soll. Hatten sie keine Lust einzugreifen? Oder waren die Fans gute Kumpels der Polizisten?

Quelle:
Spiegel Online

dreister Spam mit Corona als Vorwand

Heute bekommen:

Guten Tag Herr ****,

ich hoffe sie kommen gut durch diese Zeit …

Bei mir siehts so aus, dass ich trotz Corona um das Wohlergehen meiner Kunden bemüht sein muss, was ich gern tue …

Ein Indikator dafür ist, ob meine Kaufkunden inaktiv werden … oder aktiv bleiben.

Ein Kunde wird inaktiv, wenn er 6 Monate nichts mehr bestellt hat …

Das ist bei ihnen ab Dezember der Fall…

Es wäre super, sie würden im November noch etwas bei mir bestellen … Vielleicht finden sie ja was im aktuellen Prospekt November/Dezember…

Man benutzt also die Corona-Pandemie als Vorwand um Spam zu versenden.
Ist das dreist oder ist das dreist? Oder bin ich nur zu empfindlich?

Kutzemuckel

Oder schreibt man es Kuzzemuckel? Oder vielleicht auch Kutzemukl?

Jedenfalls fährt man sprichwörtlich da hin: “Wir fahr’n nach Kutzemuckel”. Zumindest in der Koblenzer oder Koberer Gegend.

Aber weder Google, noch Bing oder MetaGer finden dazu etwas. Stattdessen wird mir Katzenbuckel oder Katzenklo angeboten. Bei der Suche nach “wir fahren nach Kutzemuckel” kommt Vicky Leandros mit ihrem Theo, aber der fährt nicht nach Kutzemuckel, der fährt nach Lodz.

Ich bin mal gespannt, ob in ein paar Tagen vielleicht dieser Blog-Post gefunden wird.

Edit am 2020-12-14: Ja, geschafft: Google findet bei der Suche nach “Kutzemuckel” (mit Anführungszeichen) jetzt als erstes diesen Blog Post!

Europcar und Preisnachlass bei mobiler Buchung

Manchmal stellt man fest, dass Firmen eine sehr seltsame Preisgestaltung haben. Europcar z.B. gibt inzwischen seit mehreren Jahren 10% Preisnachlass auf eine Mietwagen-Buchung, wenn man zur Buchung deren mobile App oder einen mobilen Browser verwendet.

Der Hintergrund dieses Nachlasses ist mir absolut schleierhaft. Ich könnte verstehen, wenn sie damit ihre App promoten wollten, aber wieso dann auch per mobilem Browser?

Und wieso bekommt man den Nachlass im mobilen Browser nur dann, wenn man nicht mit seiner “Europcar ID” angemeldet ist? Man wird also als Bestandskunde mal wieder benachteiligt. Das kennt man sonst eigentlich nur von Internetprovidern, Telefon/Mobilfunk-Anbietern oder Gas/Stromversorgern (wo ich das auch für eine Frechheit halte).

Interessant wäre dann noch, ob man den Preisnachlass auch bekommt, wenn man seinen Desktop-Browser umstellt, so dass die mobile Ansicht der Webseite angezeigt wird. Angenommen, das wäre so, wäre es Betrug, wenn man das nutzen würde? Wenn ja, wieso?

The Internet is awesome

The Internet is awesome. Not only does it give you access to cool videos like this one:

It also gives you the option to discover them and then allows you to translate the description from Japanese to English:

“On the 29th in the UK, paramedics successfully completed the first test of rushing to the scene in a jet suit! Richard Browning, the developer of the jet suit, tested it himself, and it took him just 90 seconds to travel a distance that would take 25 minutes to walk.”

Or Japanese to German for that matter:

“Am 29. in Großbritannien haben die Rettungssanitäter erfolgreich den ersten Test bestanden, bei dem sie in einem Jet-Anzug zum Einsatzort eilten! Richard Browning, der Entwickler des Jet-Anzuges, testete ihn selbst, und er brauchte nur 90 Sekunden, um eine Strecke zurückzulegen, die zu Fuß 25 Minuten dauern würde.”

So denkt Peter Altmeier, Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2020

Es geht also nicht darum, ob junge Leute zwischen 16 und 18 Jahren reif genug sind, um eine Wahlentscheidung zu treffen – worüber man durchaus diskutieren könnte -, sondern darum, ob sie die “richtige” Partei wählen.

Auf der anderen Seite: Danke an Herrn Altmeier für diese Offenheit. Da weiß man wenigstens, woran man ist.

Falls der Link nicht mehr funktioniert – er hat den Tweet anscheinend inzwischen gelöscht – hier ein Screenshot:

Betreutes Autofahren

Da ich ja kein eigenes Auto habe, miete ich mir immer wieder mal eines, wenn ich z.B. in Urlaub fahre. Diese Autos sind in der Regel mit den neuesten Spielereien ausgestattet, vermutlich weil das den Wiederverkaufswert nach der Vermietungsphase steigert. Ich miete zwar immer die kleinste Kategorie, aber das man bekommt, ist davon ziemlich unabhängig.

Diesmal war es ein Seat Leon. Er hatte alles, was die Auto-Journalisten immer so loben: Großen Touchscreen in der Mitte und jede Menge elektronischer Helfer. Selbst die “Instrumententafel” war lediglich ein Bildschirm und man konnte vier verschiedene Anzeigen auswählen.

Das Auto hat mich bald in den Wahnsinn getrieben:

Sobald man nicht auf der Autobahn fährt, oder dort durch eine Baustelle, spielte der Spurhalte-Assistent verrückt. Er erkannte offensichtlich die Fahrbahnmarkierungen falsch und meinte ständig, ich solle doch gefälligst in der Mitte der Spur fahren (was ich bereits tat). Das wurde dann immer mit einem nervigen Piepton begleitet, damit man auch aufwacht. Selbst wenn er das nicht tut, so hat man ständig das Gefühl, dass das Auto einem in der Lenkung herumpfuscht, weil es meint, man fährt zu weit rechts oder links. Insbesondere bei schmalen Straßen lenkt man eigenlich kaum mehr selbst sondern wird gelenkt. Das nervt gewaltig. Wie habe ich es bloß bisher mit anderen Autos geschafft, auf der Straße zu bleiben?

Dann meinte es mehrfach, mich anweisen zu müssen, “den Fuß vom Gas” zu nehmen, erneut mit dem gleichen nervigen Piepsen. Ich fuhr wohl gemerkt nicht zu schnell.

Den Vogel hat es aber abgeschossen, als ich kurz vor dem Ende einer Ortsdurchfahrt auf der Gegenfahrbahn an zwei geparkten Autos vorbei fuhr. Es kam mir ein Auto entgegen, welches, da es noch außerhalb der Ortschaft war, recht schnell fuhr (vielleicht 70?). Da es aber wegen des Ortsschilds abbremsen musste, war jede Menge Platz um den Vorgang abzuschließen, bevor es auch nur den Hauch einer Gefahr geben konnte. Eigentlich, denn das Auto hat die Kollisionswarnung ausgelöst, die mich dermaßen erschreckt hat, dass ich beinahe das Lenkrad verrissen hätte und mit einem der geparkten Autos kollidiert wäre.

Wenn das ein Vorgeschmack auf autonom fahrende Autos sein soll, dann sehe ich schwarz.

Kleinere Nervigkeiten, sind im Vergleich dazu kaum erwähnenswert: Z.B. dass man durch drücken des falschen Knopfes oder einer Kombination davon beim Tempomat auch die Anzeige der Instrumententafel umschalten kann (ich kann mir nicht vorstellen, dass das beabsichtigt ist, aber vielleicht ist es ja tatsächlich ein Feature). Oder dass die Rückfahrkamera immer erst mit Verzögerung eingeschaltet wurde, so dass man die ersten Meter dann doch wieder nach Spiegeln fahren oder sich den Hals verrenken muss.

Positiv wäre der adaptive Tempomat zu erwähnen. Der funktionierte gut und machte das Fahren durchaus angenehm.

Alles in Allem ist das definitiv kein Auto, das ich persönlich kaufen würde. Ich bin früher schon ältere Versionen des Seat Leon gefahren, die waren in Ordnung.