Erwachsene sind keine Kinder, Google!

Ich habe vor ein paar Tagen beim Smartphone einer Bekannten einen Factory Reset machen müssen. Danach haben wir es dann mit demselben Google-Account wieder eingerichtet. Alle Einstellungen und Apps wurden automatisch wiederhergestellt. So weit, so gut. Alle Apps? Nein, da fehlte doch was: CallConfirm, eine App, die sie schon seit 2010 auf allen ihren Smartphones benutzt hat, um durch unbedachtes Tippen auf z.B. eine Telefonnummer oder eine Kontakt ausgelöste Anrufe zu vermeiden. Im Play Store war sie nicht mehr zu finden anscheinend seit Februar 2019 (Wieso bekommt man keine Benachrichtigung, wenn sowas passiert und man die App installiert hat? Wenn es einen wichtigen Grund gibt, möchte man sie ja vielleicht deinstallieren? Gefunden habe ich sie dann später auch noch auf der Webseite des Entwicklers.)

Nun wollte sie diese App aber gerne wieder haben. Was tun? Ich hatte sie ebenfalls installiert und da mein Smartphone gerootet ist, konnte ich mittels Apk Extractor die APK-Datei wiederherstellen. Jetzt nur noch schnell per E-Mail an sie geschickt… Nein, GMail nimmt keine APKs an, da sie potentiell gefährlich sind. OK, einfach ZIPen und dann schicken … Wäre ja auch zu schön gewesen. ZIP-Datei umbenannt und nochmal geschickt … GMail lässt sich nicht täuschen. Also per Messenger geschickt und auf die “SD-Card” gelegt. Jetzt ist das APK da, der Rest ist ja ein Kinderspiel

Drauf getippt, nichts passiert (Noch nicht mal eine Warnung?). Wo war wieder diese Einstellung zum Installieren von APPs aus “unsicheren Quellen”? Anscheinend gibt es die in neueren Android-Versionen nicht mehr (Oder ist es eine Einstellung, die man nur im Entwickler-Modus hat? Muss ich mal recherchieren … Habe ich: Seit Oreo ist das anscheinend anders 🙁 ) Was es aber gibt, ist eine sehr versteckte Einstellung, welche Apps neue Apps installieren dürfen. Da stehen auf ihrem System GMail, Chrome und Google Drive zur wahl. GMail fiel ja aus, weil siehe oben. Drive will sie nicht nutzen, bleibt Chrome. Ich habe also das APK auf meinen ftp-Server gelegt, die URL an sie geschickt und es dann mit Chrome runtergeladen. Dann ließ es sich dann endlich installieren. (Natürlich habe ich die o.g. Sicherheitseinstellung für Chrome anschließend wieder geändert.)

Sie ist glücklich, ich genervt. Bitte Google! Behandle uns Erwachsene nicht wie kleine Kinder! Einige von uns wissen vielleicht tatsächlich, was sie tun, die sollten das dann auch dürfen. Auf eigene Verantwortung, natürlich, das bringt das Erwachsensein ja so mit sich. Schließlich haben wir aus gutem Grund kein Apple-Handy gekauft sondern eines mit Android, damit Sideloading Apps ohne Jailbreak möglich ist.

Annegret Kramp-Karrenbauer verteidigt Donald Trump

Frau Kramp-Karrenbauer hat da was nicht verstanden:

> Man könne Trump zwar kritisieren, sagte Kramp-Karrenbauer. Aber: “Der entscheidende Unterschied zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zum Beispiel ist, dass Journalisten dort ihre Arbeit unbeeinträchtigt machen können, während sie in Russland in Schauprozessen vor Gericht gestellt werden.” <

Stimmt, es gibt (noch) einen ziemlich großen Unterschied zwischen dem demokratischen Rechtsstaat USA und dem von einem Autokraten beherrschen Russland. Aber das ist nicht wegen Trump so, sondern trotz ihm. Wenn er könnte, wie er wollte, wären diverse Journalisten auch in den USA im Knast. Das hat er bereits mehrfach laut gefordert. Er musste aber zu seinen Leidwesen feststellen, dass auch der “mächtigste Mann der Welt” in den USA nicht über dem Gesetz steht. Deshalb bewundert er ja auch Putin und Kim so sehr. Und er versucht, seitdem er Präsident wurde, demokratische und rechtsstaatliche Institutionen auszuschalten, teilweise mit Erfolg. Da steht er übrigens in der Tradition der letzten republikanischen Präsidenten, nur waren die nicht so offensichtlich dumm, wie Trump es zu sein scheint (Selbst George W. Bush junior war ein besserer Präsident als Trump es je sein könnte.)

Auf der anderen Seite haben auch die USA ihre Schattenseiten: Drohnenkrieg gegen Zivilisten (mit Hilfe Deutschlands, das in Ramstein eine Kommunikationsbasis zur Verfügung stellt), Folter und das immer noch nicht geschlossene Unrechtsgefängnis Guantánamo sind nur einige Beispiele. Und die haben nicht erst mit Trump angefangen, da war auch der Friedensnobelpreisträger Barak Obama maßgeblich beteiligt.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annegret-kramp-karrenbauer-verteidigt-donald-trump-a-1272066.html

Deutsche Bahn: Kein Anschluss auf dieser Strecke

Es geht um das WLAN in den Zügen der Deutschen Bahn:

> Die Deutsche Bahn nutzt dafür die Mobilfunknetze von Telekom, Vodafone und O2. Eine Antenne im Zugdach bündelt die Signale der drei Provider und leitet das so verstärkte Signal über Router ins Zuginnere an die Passagierinnen und Passagiere. <

Hier zeigt sich mal wieder der geballte Sachverstand des Qualitätsjournalismus. Um WLAN zu erhalten braucht man also einfach nur das Mobilfunksignal zu verstärken. Irgendwie hatte ich mir das komplizierter vorgestellt, aber ich bin ja auch nur ein blöder ITler (und zugegebenermaßen nicht unbedingt der Fachmann in Sachen Mobilfunk und WLAN, aber ich kann lesen)

Quelle: ZEIT ONLINE

https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-05/deutsche-bahn-wlan-funkloecher-digitalisierung-netzbetreiber

Grüne wollen Onlinehändlern Vernichtung von Retouren verbieten

Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich sowas lese:

> Online-Versandhändlern wie Amazon, Otto und Co. sollte nach Ansicht der Grünen verboten werden, von Kunden zurückgeschickte neuwertige Waren zu vernichten. “Wir erleben eine Perversion der Wegwerfgesellschaft”, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Hier sei der Staat gefordert. Bei den Retouren handele es sich oftmals um neuwertige Produkte, die voll funktionsfähig seien und höchstens einen Kratzer hätten. Die Politikerin schlug vor, zurückgeschickte Produkte, die nicht mehr in den Verkauf könnten, zu verschenken – etwa über Sozialkaufhäuser. <

Die bösen Onlinehändler versenden vermutlich Waren nur deshalb, damit sie sie, wenn sie zurückkommen, vernichten können!!! Es ist ja nicht so, als ob sie dadurch einen finanziellen Schaden erleiden, denn jeder weiß ja, dass Retouren nichts wert sind. — Äh, Nein!

Natürlich wird ein Versandhänder immer abwägen, ob es teurer ist, eine Retoure erneut normal zum Verkauf anzubieten oder sie ggf. günstiger anzubieten, wenn sie Schäden hat. (Genauso wie ich als Käufer abwäge, ob ich den Aufwand treibe, Fehlkäufe zurückzuschicken oder sie lieber gleich ensorge: Einen Fehlkauf für 5 Euro schicke ich doch nicht zurück, dazu ist mir das Porto und der Aufwand zu hoch.) Die Grünen kennen anscheinend Amazon’s “Resterampe” (früher hieß sie wirklich mal so) aka Warehouse Deals nicht. Ich habe dort schon mehrfach Geräte, aber auch Bücher mit kleinen Fehlern erstanden, die mir gute Dienste geleistet haben.

Es kommt aber sicherlich auch vor, dass sich der Verkauf nicht mehr lohnt, weil eine Retoure zu sehr beschädigt ist oder weil sie zurückgegeben wird, weil sie schon beim Verkauf einen erheblichen Mangel hat. Ob es dann aber sinnvoll ist, diese mangelhaften Waren anderweitig unter’s Volk zu bringen?

Ich hatte mal einen Radio/CD-Player bestellt, der bei mir einfach nich funktionieren wollte. Also ging er zurück. Mal vorausgesetzt, ich bin nicht zu blöd, ein solches Gerät in Betrieb zu nehmen: Wer sollte was mit einem solchen defekten Gerät anfangen können? Wer kann sowas heute noch reparieren?

Angenommen Amazon würde solche Geräte einem “Sozialkaufhaus” geben. Würden dann nicht alle schreien, Amazon versuche Elektroschrott billig zu entsorgen?

Quelle: Heise Online

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Gruene-wollen-Onlinehaendlern-Vernichtung-von-Retouren-verbieten-4443315.html

Berlin: Neue E-Busse der BVG können nur halbtags eingesetzt werden

Das ist jetzt aber ein Witz, oder?

> Derzeit hat die BVG bereits vier E-Busse, drei davon werden auch schon im regulären Betrieb eingesetzt. Allerdings können die Fahrzeuge nur etwa einen halben Tag lang eingesetzt werden, etwa von früh morgens bis zum Mittag. Danach müssten die Busse zum Betriebshof – und die Batterien dort über Stunden neu geladen werden <

Die kaufen (teure) Busse, die dann gar nicht vernünftig eingesetzt werden können? Und dann, um allen zu zeigen, dass sie wirklich so blöd sind …

> Zusammen mit bereits bewilligten Neufahrzeugen könnten schon im kommenden Jahr 140 E-Busse durch Berlin rollen, berichtet die “Berliner Morgenpost” <

… werden gleich noch 140 davon nachgekauft.

Man braucht vermutlich nicht zu fragen, ob die BVG halbwegs kostendeckend arbeiten. Haben die sich inzwischen so daran gewöhnt, sich per Länderfinanzausgleich zu finanzieren, dass ihnen aber auch gar nichts mehr peinlich ist?

Ich will ganz stark glauben, dass es sich hier nur um schlecht recherchierte Berichterstattung handelt.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

https://www.spiegel.de/auto/aktuell/berlin-neue-e-busse-der-bvg-koennen-nur-halbtags-eingesetzt-werden-a-1271623.html

Mihla in Thüringen: Schüler posieren mit rechtsextremem Spruch

Der Spruch, um den es geht ist anscheinend “Trotz Verbot sind wir nicht tot” und stammt (u.a.?) aus einem Lied der Band “Kraftschlag“, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird.

Die Schule hat Anzeige erstattet “wegen Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen“.

Also wenn das alles war, was die Schüler gemacht haben, ist die Anzeige ein Witz. Welche verfassungsfeindliche Organisation soll das bitte sein? Und welches Kennzeichen? Und wo steckt in diesem Satz die Volksverhetzung?

Entweder ist der Artikel schlecht recherchiert (Hoch lebe der “Qualitätsjournalismus”! Gut, dass es zu seiner Finanzierung das Leistungsschutzrecht gibt! </Sarkasmus>) oder die Schule hat völlig überzogen reagiert.

Quelle: Spiegel Online

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/mihla-in-thueringen-schueler-posieren-mit-rechtsextremem-spruch-a-1271263.html

Standart (sic!)

Es gibt kaum einen Rechtschreibfehler, den man im deutschsprachigen Web häufiger antrifft als “Standart” (dicht gefolgt vom falschen “dass”).

Immerhin ist es manchmal für einen Lacher gut:

“Hilfe” zum hervorgehobenen Wort im Delphi Praxis Forum

Definitiv ein Beispiel von deutschem Humor, den es angeblich ja nicht gibt. Danke an den Admin von Delphi Praxis für den Schmunzler.

Lebensmittelverschwendung: Das größere Problem liegt in Ihrem Kühlschrank

> Nach allem, was wir wissen, verändert sich das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland nicht – sie nimmt weder zu noch ab. Im Schnitt wirft jeder Deutsche pro Jahr 85 Kilogramm Lebensmittel weg. Wir können diese Abfälle nicht komplett vermeiden, denn dazu zählen zum Beispiel auch Zubereitungsabfälle wie Schalen von Obst und Gemüse. Oder Knochen – die können sie ja nicht essen. <

Worüber diskutieren wir dann eigentlich? Eine Statistik, die von Lebensmittelverschwendung spricht, aber dabei auch Abfälle mit zählt, die sich nun mal nicht vermeiden lassen, ist als Diskussionsgrundlage völlig untauglich.

Wie ich schon in meinem vorigen Blogpost schrieb: Es wird versucht, den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, weil man sie darüber gut manipulieren kann.

Quelle: ZEIT ONLINE

https://www.zeit.de/die-antwort/2019-06/lebensmittelverschwendung-containern-zero-waste-essen-nachhaltigkeit

Das wars: Ich kann nie mehr in die USA einreisen.

Gerade auf Heise Online gelesen:

Im Rahmen des Visumantrags wird offenbar seit Anfang des Monats verpflichtend nach Benutzernamen in den sozialen Medien, bislang genutzten E-Mail-Adressen sowie Telefonnummern gefragt, wie Associated Press (AP) berichtet. Die Auflistung muss alle Daten umfassen, die für die letzten fünf Jahre zutreffen

Das bedeutet, ich werde niemals mehr ein Visum für die USA bekommen. Ich kann nicht alle E-Mail Adressen auflisten, die ich in den letzten 5 Jahren verwendet habe, da ich sie schlicht nicht mehr weiß. Ich denke sie mir einfach aus, wenn ich eine brauche und füge sie in meinen Spam-Filter ein, wenn ich sie nicht mehr brauche bzw. wenn sie, wie das immer irgendwann passiert, zugespamt werden. Aber ich habe große Zweifel, dass ich das in einem Visumsantrag erklären kann.

Auch bei der Angabe der Social Media Konten ist fraglich, ob mir jemand glaubt, dass ich nicht auf Facebook bin.

Und zu guter letzt bin ich nicht sicher, ob ich die bekloppte Frage “Haben Sie vor, den Präsidenten der Vereinigten Staaten umzubringen?” heute noch wahrheitsgemäß mit “Nein” beantworten kann. Der aktuelle Amtsinhaber ist einfach eine solche Katastrophe, da könnte ich bei entsprechender Gelegenheit vielleicht nicht widerstehen.

Wenn man dann aber weiterliest kommt das hier:

Die meisten EU-Bürger dürften von der Regelung allerdings ausgenommen bleiben, da sie im Rahmen eines Visa-Waiver-Programms (ESTA) visumfrei in die Vereinigten Staaten einreisen können. Für manche EU-Staaten wie Polen, Kroatien, Rumänien oder Bulgarien gilt dies jedoch nicht, deren Bürger benötigen ein Visum.

Na, dann ist ja alles gut. Äh, nein. Ich werde trotzdem wohl in meinem Leben keinen Fuß mehr in dieses immer seltsamer werdende “land of the free” setzen. Alleine mein Absatz oben über den Präsidenten könnte schon bei der Einreise dazu führen, dass ich im Knast lande, auch wenn eigentlich für jeden normal denkenden Menschen klar sein sollte, dass es keine Drohung oder gar Absichtserklärung ist.

Quelle: Heise Online

https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Visumantrag-Social-Media-Konten-und-E-Mail-Adressen-sind-jetzt-erforderlich-4436798.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.rss

Lebensmittelverschwendung: Deutsche werfen jährlich im Schnitt 85 Kilogramm Nahrungsmittel weg

> Allein in Privathaushalten werfen Menschen durchschnittlich 85,2 Kilogramm Essen im Jahr weg. Das zeigen neue Berechnungen der Universität Stuttgart, die sich auf das Jahr 2015 beziehen. Inklusive der Abfallmengen von Landwirten, Lebensmittelverarbeitern, Handel und Gastronomie komme man auf insgesamt 12,7 Millionen Tonnen verschwendete Lebensmittel im Jahr. <

Und dann wird ewig weiter darüber geschwafelt, dass das ganz ganz schlimm ist und der böse Verbraucher schuld ist. Ein bisschen geht man immerhin auf die Methoden der Studie ein:

> Lebensmittelabfälle seien nicht einfach zu messen, erläuterte der Studienleiter. Niemand sammle allen Müll, deshalb gebe es nicht zu allen Teilen der Wertschöpfungskette repräsentative Daten. Die Studie beruht auf Statistiken von Ämtern, Industrie und Handel, die Forscher werteten aber auch Ernährungsstudien aus und untersuchten stichprobenartig die Abfälle von Bäckereien und Küchen großer Betriebe. <

Wo sich mir dann sofort die Frage stellt, wie denn die Abfallmengen der Privathaushalte ermittelt wurden. Klar, man kann Stichproben machen, oder Umfragen, wobei letzteres ziemlich fehlerbehaftet sein dürfte. Aber davon wird nichts erwähnt. Bleiben die genannten Ernährungsstudien. Vielleicht wurden bei denen ja die Abfälle von Privathaushalten irgendwie erfasst. Wenn aber Privathaushalte über die Hälfte “schuld” sind, hätte ich erwartet, dass auf die Methoden zu deren Erfassung tiefer eingegangen wird. So ist das alles nur Kaffeesatzleserei.

Aber es ist ja immer sehr bequem, den Einzelnen die Verantwortung zuzuschieben. Haben die Leute erstmal ein schlechtes Gewissen, sind sie damit gut zu manipulieren.

Und natürlich habe ich dann auch überlegt, wie ich auf die 1,5 kg Lebensmittelabfälle pro Woche kommen könnte:

Da ist das Obst, das manchmal schimmlig wird, ebenso das Brot. Damit kommt in Sommer vielleicht mal ein Kilo zusammen, aber nicht jede Woche, im Winter passiert das eigentlich nie. Manchmal misslingt ein Essen, das man dann lieber weg wirft als es erst in den Magen und danach ins Klo zu befördern. Vielleicht zweimal im Jahr? Mehr fällt mir aber absolut nicht ein. Da kommen niemals im Durchschnitt 1,5 kg zusammen. (Es scheinen 85 kg pro Jahr und Haushalt zu sein, nicht pro Person.)

OK, also gibt es andere Haushalte, bei denen mehr Lebensmittel im Müll landen als bei uns.

Das dürften zum einen Ein-Personen-Haushalte sein, einfach weil viele Lebensmittel für diese in zu großen Gebinden verkauft werden. Wenn man dann noch nicht täglich kocht und häufig außerhalb isst (Restaurant, Kantine oder “to go”), wird schnell mal was schlecht.

Dann fallen mir noch Familien mit Kindern ein. Auch da dürfte es schwierig sein, den Bedarf gut abzuschätzen. Und wenn dann ein Kind wieder irgendwas nicht mag, bleiben schnell Reste, die dann irgendwie weiterverwendet werden müssten (wenn das Kind sie nicht schon auf dem Teller hatte), was aber nicht immer möglich ist. Auch müssen solche Familien mehr Vorräte haben als unser Zwei-Personen-Haushalt, zumal einer in der Stadt mit genügend Geschäften in der näheren Umgebung.

Es mich zur nächsten Möglichkeit bringt: Vorratshaltung wegen fehlender Einkaufsmöglichkeiten oder -gelegenheiten. Auch ein Zwei-Personen-Haushalt, bei dem beide Vollzeit arbeiten kann Probleme haben, sinnvoll einzukaufen. Sei es, dass beide auf die Idee kommen, eine Palette Joghurt mitzubringen, oder dass Obst oder Gemüse in zu großen Mengen gekauft werden, weil der eine oder andere unvorhergesehen doch auswärts isst. Oder man kauft, wenn für jeden Einkauf eine Fahrt von zig Kilometern notwendig ist, lieber etwas mehr ein als zuwenig.

Da nicht bekannt ist, was genau in dieser Studie mit in die Abfallmenge einging, könnten auch selbst angebaute Nahrungsmittel dazugehören. Wer einen Nutzgarten mit ein paar Obstbäumen hat und ggf. noch selbst Gemüse anbaut, kennt das Problem: Plötzlich hat man irgendwas im Überfluss, aber nach einer Woche Grünkohl kann das Zeug keiner mehr sehen. Da wird dann versucht alle Nachbarn und Freunde zu beglücken, aber auch die haben ihre Grenzen. Fehlen dann gute Lagermöglichkeiten, ist schnell der Komposthaufen die einzige Lösung. Dabei kommen dann auch schnell etliche Kilo zusammen.

Und zu guter letzt: Da ja wie gesagt, im Artikel nicht erwähnt wird, wie und welche Abfälle erfasst wurden, kann es auch ohne weiteres sein, dass normale Abfälle bei der Lebensmittelzubereitung ebenfalls zu den 85 kg/Jahr und Haushalt gezählt wurden, Z.B.: Schalen von Obst, die nicht essbar sind (Banane, Apfelsine), oder die nicht jeder essen will oder kann (Äpfel, Birnen); Kerne und Steine von Obst sowie andere nicht essbare Teile (Kerngehäuse von Äpfeln); Nicht essbare Teile von Gemüse (Blätter bei Blumenkohl) oder solche, die man aus Hygienegründen entfernt (äußere Blätter von Kopfsalat, “Augen” von Kartoffeln); Schalen von Gemüse (Kartoffeln); Sehnen und Knochen von Fleisch; Rinde von diversen Käsesorten. Dann käme natürlich deutlich mehr an “Lebensmittelabfällen” zusammen, aber die wären eben nicht vermeidbar, und das würde die Studie ad absurdum führen.

Quelle: ZEIT ONLINE

https://www.zeit.de/wissen/2019-05/lebensmittelverschwendung-haushalte-essen-muell-deutschland