Entomologin Dr. Weber beobachtete die Ameisen im Labor. „Ihr Verhalten hat sich verändert.”
Neurowissenschaftlerin Dr. Kaur beugte sich über das Terrarium. „Seit wann?”
„Seit gestern. Sie bauen keine Nahrungsstraßen mehr. Sie bilden… Symbole.”
Tausende Ameisen arrangierten sich in geometrischen Mustern. Präzise. Absichtlich. Dann lösten sie sich auf und formten neue Figuren.
„Das ist Kommunikation”, flüsterte Kaur. „Aber mit wem?”
Sie analysierten die Muster. Mathematische Sequenzen. Primzahlen. Die Drake-Gleichung.
„Sie versuchen uns etwas zu sagen”, sagte Weber. „Aber woher haben sie das Wissen?”
Kaur prüfte die Hirnaktivität einzelner Ameisen. Minimal. Aber das Kollektiv… „Die Kolonie hat eine Rechenleistung von 10^14 Operationen pro Sekunde. Mehr als ein menschliches Gehirn.”
„Seit wann?”
„Seit es Ameisen gibt. 140 Millionen Jahre.”
Sie ließen die Ameisen weiterbauen. Die nächste Formation zeigte eine Karte. Der Erdkern. Markiert.
*DORT UNTEN*
*UNSERE SCHÖPFER*
*ERWACHEN BALD*
*IHR WART ABLENKUNG*
Weber sah auf die Weltkarte. 20 Billiarden Ameisen auf dem Planeten. Alle vernetzt. Alle wartend.
„Sie waren nie ein Zufall der Evolution”, sagte Kaur tonlos. „Sie sind ein Überwachungsnetzwerk.”
Im Terrarium formten die Ameisen ein letztes Symbol:
Ein Countdown.
73 Tage.