Dr. Chen starrte auf die Scans. „Das ist unmöglich.”
Ihre Kollegin Dr. Weber trat näher. „Was sehen Sie?”
„Der Tumor von Patientin Kojima. Er… kommuniziert.”
„Krebs kommuniziert nicht.”
„Dieser schon. Sehen Sie die elektrischen Muster? Das ist kein zufälliges Zellwachstum. Das ist organisiert. Komplex. Fast wie—”
„Wie ein neuronales Netzwerk.” Webers Stimme wurde leiser.
Sie führten weitere Tests durch. Der Tumor sendete Signale. Nicht an andere Krebszellen – an das Immunsystem der Patientin. Er verhandelte. Bot Kompromisse an.
„Es will nicht töten”, flüsterte Chen. „Es will koexistieren.”
Drei Wochen später stabilisierte sich Kojimas Zustand. Der Tumor wuchs nicht mehr. Stattdessen produzierte er Insulin, regulierte Hormone, reparierte geschädigtes Gewebe.
„Es hat sich integriert”, sagte Weber fassungslos. „Es ist Teil von ihr geworden.”
Chen sah die Scans der anderen Patienten. Überall dasselbe Muster. Die Tumore entwickelten sich weiter.
„Das ist keine Krankheit mehr”, sagte sie. „Das ist Evolution.”
„Oder”, Weber zögerte, „eine Invasion auf Zelleben. Etwas, das lernt, uns von innen zu übernehmen.”
Kojimas neuester Scan zeigte neue Strukturen im Gehirn.
Die Frage war: Wer kontrollierte jetzt wen?