Ingenieurin Weber stand am verlassenen Bahnhof. 3:47 Uhr. Die Zeit, zu der er angeblich kam.
Der Geisterzug. Seit 1932 verschwunden, tauchte er alle 30 Jahre für genau drei Minuten auf.
„Sie glauben das wirklich?” Dr. Kovač, der Physiker, stellte seine Sensoren auf.
„Die Berichte sind konsistent. 1962, 1992, 2022. Immer derselbe Zug.”
„Zeitschleife?”
„Oder etwas Schlimmeres.”
Um 3:47 Uhr materialisierte der Zug aus dem Nichts. Dampfend.Real. Die Fenster erleuchtet.
Sie stiegen ein.
Im ersten Waggon saßen Menschen. In Kleidung von 1932. Lesend. Rauchend. Lebendig.
„Entschuldigung”, sprach Weber eine Frau an. „Welches Jahr haben wir?”
„1932. 15. März. Warum?”
Kovač prüfte seine Instrumente. „Das ist keine Zeitreise. Das ist… eine Konserve. Eine vierdimensionale Schleife. Sie erleben denselben Moment immer wieder.”
„Wissen sie es?” flüsterte Weber.
Als Antwort stand die Frau auf. Ging zum Fenster. Sagte exakt dieselben Worte wie vor einer Minute.
Dann sah sie Weber an. Ihre Augen klar, bewusst, verzweifelt.
„Helfen Sie uns”, formten ihre Lippen lautlos.
Der Zug begann zu verschwinden.
„Wir müssen zurück—” Weber griff nach der Tür.
Kovač hielt sie fest. „Wenn wir drinbleiben, werden wir Teil der Schleife.”
Sie sprangen hinaus. Sekunden bevor der Zug verschwand.
Weber starrte auf die leeren Gleise. „2052″, sagte sie. „Ich komme wieder.”
„Wir”, korrigierte Kovač.