> Und auf dem Mond?
Mondbasis Tranquility, Südpol-Krater. Tag 2.847 der Isolation.
Ingenieur Yuki Tanaka justierte die Antenne zum vierten Mal diese Woche. Wieder nichts. Die Erde schwieg seit acht Jahren.
Nicht katastrophal, nicht dramatisch – einfach… Stille. Die automatischen Versorgungsflüge kamen noch, präzise alle drei Monate. Aber keine Menschen mehr. Keine Nachrichten. Keine Erklärung.
„Du redest schon wieder mit dir selbst”, sagte sie laut in ihren Helm.
Die Basis war für zwanzig Personen ausgelegt. Jetzt war sie allein. Die anderen hatten vor Jahren beschlossen, mit dem letzten bemannten Shuttle zurückzukehren. „Komm mit, Yuki. Irgendetwas läuft schief auf der Erde. Wir müssen zurück.”
Aber Yuki war geblieben. Jemand musste die Helium-3-Extraktoren überwachen. Jemand musste die Forschungsstation am Laufen halten. Für wenn sie zurückkamen.
Falls sie zurückkamen.
Sie stapfte zurück zur Schleuse, ihre Stiefel hinterließen tiefe Abdrücke im Regolith. Über ihr hing die Erde, halb voll, blau und weiß und wunderschön.
Drinnen zog sie den Helm aus. Die Station roch nach recycelter Luft und Einsamkeit.
Das Kommunikationspanel blinkte.
Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Acht Jahre. Acht verdammte Jahre.
Sie rannte zum Terminal, ihre Finger flogen über die Tastatur.
Die Nachricht war kurz: „Entschuldigung für das Schweigen. Wir hatten… Schwierigkeiten. Aber es ist vorbei. Wir kommen Sie holen. ETA: 72 Stunden. Halten Sie durch. – Missionskontrolle Houston”
Yuki starrte auf den Bildschirm. Tränen liefen über ihr Gesicht, und sie lachte – ein raues, ungläubiges Lachen.
Dann bemerkte sie das Datum der Nachricht.
Gesendet vor drei Wochen.
Ihr Blick wanderte zum Fenster, hinauf zur Erde. Und dort, am Horizont, sah sie sie: Lichter. Triebwerke. Ein Shuttle im Anflug.
„Ich habe durchgehalten”, flüsterte sie.
—
Dann doch etwas flach.